Saad Thamir

1972 in Bagdad geboren, wächst in einer westlich geprägten Familie auf und studiert an der dortigen Universität zunächst Philosophie. Auf der Suche nach künstlerischen Ausdrucksmitteln wechselt er zum Kompositions-Studium, sowie Studium der arabischen und westlichen Musikwissenschaften. Ein Schwerpunkt seines Interesses liegt dabei auf der Integration einer „Dramaturgie“ nach westlichem Vorbild in die arabische Musik. Diese Fragestellung führt ihn tief in den ästhetischen Vergleich der arabischen und westlichen Musiken.

2000 kommt Saad Thamir nach Deutschland, um sich bei den Komponisten Wolfgang Hamm und Chao Ming Tung weiterzubilden.

In der arabischen Maqam-Musik stößt er auf zauberhafte, unentdeckte Gewebe, die diese Musik gestalten und der Grund dafür sind, dass diese Musik ästhetisch anspricht. Mit diesem Hintergrund erreicht er die Verbindung des westlichen und arabischen Musiksystems, indem er keines der beiden theoretischen musikalischen Systeme als Einzelsystem behandelt. Vielmehr gehen die Systeme in einem symbiotischen System auf, in dem nicht ein einzelnes System gesondert erscheint, sondern beide zusammenlaufen und somit etwas Neues schaffen. Saad Thamir versteht Musik als ein humanes ästhetisches Bedürfnis und nicht die Musik selbst als das Ziel.

 

Werke / Projekte:

2002: Gründung des Ensembles Lagash: zeitgenössische Kompositionen aus dem Irak

2005: Gründung des Ensembles Ahoar (Mesopotamien-Jazz); 1. Preis des bundesweiten Weltmusikwettbewerbs Creole 2006

2007: Gründung des Duo Sidare: Wiedergefundene Lieder aus dem Orient

2009: „Unter gleichem Himmel“, Kompositionsauftrag der Musica Sacra Paderborn

2013: „Von Allen für Alle“: Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW

2015: „Reue und Umkehr“: Kompositionsauftrag des Trimum e.V. für das Projekt „Die vielen Stimmen Davids”
„Erklärung einiger Dinge“: Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW
„Psalm 104“: Kompositionsauftrag des 7. Frankfurter Tehillim-Psalmen-Projektes

 

Regen Hymne

 

Presse

 

Westfälisches Volksblatt

Von Wolfgang Gunther und Andrea Pistorios

Tief die Seele berührt – Arnold-Schoenberg-Chor und Saad Thamir geben eindrucksvolles Musica-sacra-Konzert

Eine ganz andere Spiritualität erlebte das Musica-sacra-Publikum beim Orientalischen Abend in Schloß Neuhaus, der mit seinen exotischen Klängen und seiner eindrücklichen Friedensbotschaf tief bewegte. Der Komponist, Sänger und Percussionist Saad Thamir – ein gebürtiger Iraker, der heute in Köln lebt – präsentierte zwei Kompositionen, die eine musikalische Brücke zwischen Morgen- und Abendland schlagen. Erstaunlich war es zu hören, wie sich europäische und arabische Gesangsstimmen und Instrumente mischten und bei aller Unterschiedlichkeit zu einem harmonischen Ganzen fügten. Beteiligt waren Projektchöre aus Köln und dem Kreis Paderborn, die Sopranistin Regine Neumüller und das Ensemble Lagash. Sie gaben den Stücken „Unter gleichem Himmel“ und „Von Allen für Alle“ eine emotionale Tiefe, die noch lange nachklingt.